Chronik

Die Geschichte der Apotheke

Die Apotheke in Markoldendorf, die nachweislich etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts besteht, ist auf das engste  mit der Geschichte des Marktfleckens Markoldendorf verbunden.
So waren im 18. Jahrhundert zwei der Apothekeninhaber Bürgermeister in Markoldendorf. Seit 1798 steht das Apothekengebäude am Alten Markt, während es sich davor an anderer Stelle befand. Den gründlichen, langjährigen Nachforschungen des Apothekers Erwin Kobelke, der nach dem Tode von Apotheker Ernst Wilcke bis 1946 die Apotheke verwaltet hat, ist es zu verdanken, dass eine nahezu lückenlose Aufstellung der Apothekeninhaber und ihrer Geschichte vorliegt.

Bei der Markt-Apotheke in Markoldendorf handelt es sich um eine fürstbischöfliche, privilegierte Apotheke. Die Privileg- Urkunde die anfänglich als verschollen galt und schließlich von Rechtsanwalt Frencke in Heidelberg ausfindig gemacht wurde, war vom Bischof zu Hildesheim und Paderborn am 16. 3. 1784 ausgestellt. Sie befindet sich nunmehr im niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover.

Der erste namentlich bekannte Apotheker in Markoldendorf ist Michael Christoph Grosscourt, der von Northeim zugezogen war. Die Eintragung seines Todesdatums im Kirchenbuch unter dem 22. l. 1753 ist die erste amtliche Erwähnung eines Apothekers in Markoldendorf. Ebenfalls durch Eintragung im Kirchenbuch unter dem 9. 9. 1753 erfahren wir, daß der Apotheker Johann Conrad Hartel die Jungfer Sophie Regina Janisch geheiratet hat. Harte! war im Nebenberuf Brauer und hatte ab 1763 auch das Amt des Bürgermeisters inne.
Er starb am 19. 6. 1777 im Alter von 47 Jahren.

Von 1777 bis 1801 finden wir Apotheker Andreas Christoph König in der Apotheke in Markoldendorf. Wie sein Vorgänger hatte auch er seine Bestallung durch den König von Hannover erhalten. Auch dieser Apotheker war im Nebenberuf  Brauer und von 1790 bis 1800 Bürgermeister  von Markoldendorf.

Am 16. 3. 1784 wurde ihm von Friedrich Wilhelm, Bischof zu Hildesheim und Paderborn, das Privileg für die Markoldendorfer Apotheke verliehen. Das Collegio medico, wie auch das Amt Hunnesrück, wurden angewiesen, den Einzugsbereich der Apotheke in Markoldendorf zu schützen. Das ursprünglich rein persönliche Privileg wurde später   durch die mit stillschweigender
Duldung des Landesherren vorgenommenen Verkäufe zum vererblichen und veräußerlichen Privileg.
 


Im Jahre 1806 kaufte Apotheker August Friedrch Weppen aus Wickershausen bei Northeim die Apotheke. Am 19. 3. 1812 heiratete er Philippine Charlotte König, die jüngste Tochter des Andreas Christoph König. 1816 wurde eine Konzession an ihn erneuert. Am 27. l. 1849 wird der Tod des August Friedrich Weppen von seinem Sohne Friedrich Theodor Weppen angezeigt, der eine neue Konzession am 16. 2. 1849 erhielt. In zweiter Ehe ('seine erste Frau war nach nur zweijähriger Ehe gestorben) war er mit Caroline Wilhelmine Auguste Volger verheiratet, Tochter des Gutsbesitzers Johann Andreas Friedrich Volger in Oldendorf. Weppen war im Nebenberuf Bergkommissär. Die Familie Weppen hatte die Apotheke über 70 Jahre im Besitz. Nach dem Tode von Friedrich Theodor Weppen (1882) erwarb sie Wilhelm Kahler. Sie war über 40 Jahre im Besitz der Familie.
Nach dem Tode von Wilhelm Kahler übernahm sie sein Sohn, der sie aber 1925 verkaufte.
                 

   


In den folgenden Jahren war die Apotheke in den Händen der Apotheker Erythropel und Schulze. Am 10. 10. 1928 kaufte sie Apotheker Ernst Wilcke, der zuvor die privilegierte Adler- Apotheke in Friedlang Krs. Bartenstein/Ostpr. besaß. Während seiner Zeit wurde viel am Apothekenhaus getan; so erhielt es Wasserleitung und Zentralheizung.

Nach dem Tode von Apotheker Ernst Wilcke am 21. 9. 1938 erbte seine Witwe, Frau Margarete Wilcke, die Apotheke, die sie einige Jahre verwalten ließ. Im Jahre 1946 mußte sie auf Geheiß der Apothekerkammer Hannover verpachtet werden. Im Laufe der Jahre sind mehrere Apotheker als Pächter in Markoldendorf tätig gewesen. Am   l. 4. 1974 ging die Apotheke an die Apothekerin Claudia Leider über. Bedingt durch den vom Land Niedersachsen geplanten Abriss des alten Apothekengebäudes musste das Ehepaar Leider sofort mit Planung und Bau einer neuen Apotheke beginnen.